11.06.2013
Rennsport

12. Platz: Reini Sampl bezwingt den Erzberg

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Reini Sampl am Erzberg: Was für ein Ritt!Der Behindertensportler Reini Sampl bezwingt den Erzberg mit einem sensationellen Platz 12 in der Quad-Klasse beim Erzberg-Prolog 2013. Im Winter wirft er sich furchtlos die steilsten Skiabfahrten hinab, und auch im Sommer mangelt es Reini Sampl nie an Tempo. Denn trotz seiner Querschnittslähmung ist der gebürtige Lungauer ein echter Benzinbruder und fast jedes Wochenende auf der Rennstrecke oder auf dem Offroad-Parcours zu finden. Doch das vergangene Wochenende war selbst für die Ansprüche des erfolgreichen Monoskifahrers und Behindertensportlers ein echtes Abenteuer: Als einziger Gehandicapter unter rund 1.600 Racern nahm der 40-Jährige am diesjährigen Erzberg-Prolog teil, und das mit sensationellem Erfolg: Mit Rang 12 in der Quad-Klasse landete Reini inmitten der europäischen Quad-Elite, auch in der Gesamtwertung übertraf er mit Position 450 seine eigenen Erwartungen.

Trotz Querschnittlähmung: Reini Sampl bezwingt den Erzberg

Das Erzberg-Rodeo – Tummelplatz der Härtesten unter den Harten – war vom 30. Mai bis 2. Juni 2013 Schauplatz einer ganz besonderen sportlichen Leistung: Trotz seiner Querschnittlähmung schaffte es der Salzburger Behindertensportler Reini Sampl beim härtesten Enduro-Rennen der Welt bis ins Ziel auf 1.466 Metern Seehöhe. Und nicht nur das: Unter rund 1.600 Teilnehmern aus 38 Nationen belegte der Lungauer sensationell Rang 450, innerhalb der international top besetzten Quad-Klasse sogar Rang 12. „Ein Wahnsinn – der 12. Platz ist weit mehr als ich mir erhofft hatte“, kommentiert Reini. „Einen großen Anteil hatte mein perfekt laufendes Quad, das mir KTM zur Verfügung gestellt hat.“

Reini Sampl beim Erzberg Prolog: 14 Kilometer Offroad-Strecke gespickt mit Engstellen, Schlägen, fußballgroßen Felsbrocken und 50 Zentimeter tiefen Pfützen

Erzberg Rodeo 2013: Regen im Tal und Neuschnee am Gipfel

Dabei waren die Bedingungen alles andere als einfach: Die rund 14 Kilometer lange Schotterstrecke war gespickt mit Engstellen, Schlägen, fußballgroßen Felsbrocken und 50 Zentimeter tiefen Pfützen. Hinzu kamen starker Regen und fünf Grad im Tal bzw. 20 Zentimeter Neuschnee am Gipfel – das hatte es in 19 Jahren Erzberg-Rodeo noch nie gegeben.
Trotzdem wurde der erste Teil des Prologs am Freitag gestartet – und nach 800 Startern wieder abgebrochen. So kam es, dass Reini Sampl erst am Samstag ins Renngeschehen eingreifen konnte. „Ich habe mir vor dem Start vorgenommen, so wenig Risiko wie möglich einzugehen – was genau bis drei Meter nach dem Start funktioniert hat“, schildert Reini seine Eindrücke. „Denn wenn man einmal unterwegs ist, gewinnt dann doch der Ehrgeiz die Oberhand. Ist man dann im Race-Modus, ist es ein Kampf vom ersten bis zum letzten Meter. Selbst nach dem Ziel-Einlauf ist man noch voller Adrenalin und denkt sich: Was für ein Ritt!“

Platz 12 beim Erzberg Prolog 2013: der Behindertensportler Reini Sampl bezwingt den Erzberg

Aufnahme in der Enduro-Familie

Abseits des sportlichen Erfolgs war der Lungauer von der Offenheit der Enduro-Szene angetan: „Ich wurde augenblicklich in die Familie aufgenommen und damit zum Teil des Events. Vorurteile kennt man hier nicht – so etwas muss man als Motorsportler definitiv einmal im Leben mitgemacht haben!“

Teilnahme an Paralympics in Sotchi und Rallye-Staatsmeisterschaft

Der Start beim diesjährigen Erzberg-Rodeo stellt für Reini Sampl den Startschuss für seine zweite Karriere dar. Obwohl deren Highlight mit der Teilnahme an den Paralympics in Sotchi erst für 2014 geplant ist, stellt Monoskifahrer Reini Sampl bereits jetzt die Weichen für seine sportliche Karriere nach den Winterspielen: Unter dem Projektnamen ‚RS2014‘ arbeitet der Vollblut-Racer an seinem Umstieg von der Skipiste auf die Rennstrecke. Nach dem erfolgreichen Gipfelsturm auf den Erzberg plant der Lungauer Benzinbruder Starts bei verschiedenen Läufen der Österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft. x

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