22.08.2007
Fahrzeuge

KTM 450/525 XC: Erster!

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KTM 450/525 XC: Erster!Als erster europäischer Großserien-Hersteller (GasGas zählen wir da mal eher zu den Kleinserien-Herstellern) hat KTM mit seiner 450/525 XC aktuell ein Quad präsentiert. Und ATV&QUAD Magazin war als erste und einzige deutschsprachige Fachzeitschrift auf der offiziellen Präsentation, um sich die reizende Österreicherin einmal genauer anzusehen und erste Fahreindrücke zu sammeln…

KTM 450/525 XC: spielerisches Handling beim DriftenAlso mal ganz ehrlich: Manchmal finde ich es schon einen Hammer, wie manche Leute ‚recherchieren‘. Da habe ich doch tatsächlich vor kurzem in einem Internet-Magazin ‚erste‘ Fotos von KTMs neuem Quad entdeckt. Gefahren ist der Verfasser das Teil zwar nicht selbst. Hat nur irgenwo her den Tipp bekommen, dass der österreichische Hersteller auf der Cross-Strecke in Höchstadt einen Dauertest macht. Ist dann mit seiner RitschRatschKlick dorthin und hat sich wichtig gemacht. Die von KTM wollten ihn verscheuchen, doch er hat was gefaselt von ‚Pressefreiheit‘. Gesagt haben die ihm nix bei KTM, auch die Rennfahrer nicht, und so hat er seine Bewertung über das Quad aus dem zufriedenen Lächeln eines Piloten gefolgert.Schau mir in die Augen, Kleines: Das KTM-Quad driftet zwar einfach, doch auch das will gekonnt sein

Auch wir von ATV&QUAD hatten Informationen über die Dauertests in Höchstadt. Doch wir haben uns gesagt, dass wir die von KTM besser erst einmal fertig entwickeln lassen und dann über das Ergebnis von der offiziellen Präsentation aus berichten. Was ja auch Sinn macht, denn da erfahren wir wirklich ALLES, was wir über dieses Fahrzeug wissen möchten (komischer Weise haben wir den Web-‚Kollegen‘ auf der Präsentation übrigens nicht mehr getroffen – war ihm wohl zu weit, der Weg nach Providence / USA. Jedenfalls hat der echt was verpasst da drüben…). Und auf jeden Fall darf ich jetzt mit Recht von mir behaupten: Ich bin der erste und einzige deutsche Zeitungsonkel, der die sensationelle, oberaffengeile KTM 450/525 XC auf der offiziellen KTM-Präsentation gefahren ist.Tim Farr: vorsichtshalber erstmal die gesamte Konkurrenz verblasen

Wobei das, um ganz ehrlich zu sein, eine höchst peinliche Angelegenheit war. Denn auch wenn ich in meinem steinalten Leben nicht so ganz wenige – und mitunter ziemlich gute – Quads gefahren bin, muss ich unumwunden zugeben, dass ich auf dem Cross-Country-Track in Somers nicht ein einziges Mal auch nur annähernd an die Grenzen dieses Fahrzeugs gelangt bin. Das Ding hat immer spielerich leicht gemacht, was ich ihm aufgetragen habe, doch sobald ich das Gas weggenommen habe, patschte es aus dem Auspuff, als wenn die XC sagen wollte: „Feigling! Traust dich wohl nicht mehr?“ Nach einer Stunde hatte ich Schwielen an den Händen und legte erst einmal eine Pause ein. Was bei KTM natürlich gar nicht im Drehbuch steht. „Ready-to-Race“ kann man nämlich nicht nur so übersetzen, dass das Fahrzeug aus der Kiste für die Piste gemacht ist, sondern dass auch der Fahrer, sobald er einmal darauf sitzt, gewissermaßen mit dem Messer zwischen den Zähnen unterwegs ist und keinen Schmerz mehr kennt. Ich Weichei!Tim Farr: bellt nicht, sondern beißt

Klar. Der Mann, für den dieses Fahrzeug gemacht ist – Amerikas GNCC-Top-1-Pilot Tim Farr -, der ist natürlich kein theoretischer Schreiberling, sondern ein knallharter Rennfahrer. Dabei übrigens sehr nett und bescheiden, wie ich in Somers feststellen konnte. Der bellt nicht – der beißt. Und zwar als offizieller Werks-Fahrer für KTM. Doch nicht nur das: Bereits bei seinem ersten Antritt auf einem Prototypen der KTM XC auf einem GNCC-Rennen – das sind die ganz harten Enduro-Rennen in Amiland, bei denen es zwei Stunden lang auf 20 km langen Tracks über Stock und Stein durch finstre, schlammige Wälder geht – hat er vorsichtshalber erst einmal die gesamte Konkurrenz verblasen. Auf dem zweiten übrigens auch.KTM-Team: ließ sich von Tim Farr erzählen, was ein Rennquad von einem hurtigen Schrotthaufen unterscheidet

Was vielleicht auch ein bisschen damit zusammen hängt, dass Tim nicht nur ein verdammt schneller Rennfahrer ist. Sondern auch ein Techniker, der den KTM-Entwicklern ganz genau sagen kann, was ein Rennquad von einem hurtigen Schrotthaufen unterscheidet. Jedenfalls freut er sich darüber, dass sich die KTM-Mannen für Öhlins-Federelemente entschieden haben – obwohl KTM mit WP eigentlich einen ganz guten Federungs-Spezialisten besitzt und diese Wahl im Solo-Motorrad-Bereich wohl undenkbar wäre.
So gibt es bei diesem Quad auch viele andere Details, die sehr untypisch sind für ein Produkt aus dem Hause KTM. Was andererseits bedeutet, dass KTM es ernst meint mit dem Quad. Kein Me-Too-Produkt, sondern eine eigenständige Entwicklung, mit der es die Österreicher besser machen, die Konkurrenz herausfordern wollen. Jedenfalls bleibt mit Spannung zu erwarten, wie Yamaha & Co auf die XC reagieren werden. Denn sollten sich die Erfolge in Amiland auch in Europa einstellen und die Alleinherrschaft der Japaner über MX- und Enduro-Quadcups in Frage stellen, werden die bestimmt nicht tatenlos zusehen.Ich, der Normal-Quadfahrer: selten ein so gutes Teil bewegt

Zurück zu mir, dem Normal-Quadfahrer. Klar, dass ich mich nicht traue, zwei hinereinander folgende Tables zu springen – nicht auszudenken, was passiert, wenn ich kurz VOR dem zweiten lande. Doch bei dem großen Table, da traue ich mich zu springen. Und nehme beim ersten Mal vor dem Absprung natürlich glatt ein Augenzwinkern zu früh den Finger vom Gasgriff. Mit dem Erfolg, dass ich mit der Schnauze nach vorne knallhart auf den Vorderrädern lande. Wie peinlich.
Die XC allerdings verzeiht mir diesen Fehler großmütig und in einer Weise, die mir bislang unbekannt war. Die Öhlins-Shocks schlagen noch nicht einmal durch. Als wenn sie sagen wollten: „Da hättst´aber schon noch gewaltig höher springen müssen, du Anfänger.“ Ich glaub´ ich kauf´ mir doch besser ein China-Quad – da kann ich immer sagen, es läge am Material.
Ach ja: Wann die KTM 450/525 XC in Deutschland zu haben sein wird und alle wichtigen technischen Details findet Ihr in der jetzt folgenden Ausgabe ATV&QUAD Magazin 2007/09 – ab 24. August am Kiosk respektive im Postkasten, wenn Ihr das Magazin für ATV- und Quadfahrer abonniert habt.

Kontakt: [KTM]